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Wo die Siebdruck-Zukunft schon Gegenwart ist Deutscher Drucker Heft 39 vom 25.11.04, S. 43 Der Siebdruck gilt vielfach als handwerklicher Bereich des grafischen Gewerbes, Plakatkunst in kräftigen Farben und kleinen Auflagen. Das ist er auch, aber noch viel mehr, nämlich ein hoch innovativer Bereich, der die Optik durch ein mit keinem anderen Verfahren erzielbaren haptischen Erlebnis verbindet. Wir hatten Gelegenheit, durch die Besichtigung der Fa. Frey ein Unternehmen kennen zu lernen, welches die neuen Möglichkeiten umfassend anbieten kann und auch im Wettbewerb neue Wege geht. Der Besichtigung erster Teil, im Internet: Schon die Internetseite, deren Besuch wir zur Vorabinformation sehr empfehlen können, ist ein gutes Beispiel von geschickter Nutzung des Mediums Internet zur Kundengewinnung. Man erfährt dort in einem virtuellen Rundgang, welche Produkte das Unternehmen anzubieten hat, kann sich aber auch über die Firmengeschichte und technische Ausstattung informieren. Hier hat der Kunde die Wahl, zu entscheiden, was und wie viel er vor Auftragsvergabe über das Unternehmen wissen möchte. Ausführliche Informationen über die notwendigen Datenvorgaben stellen sicher, dass Fehler in der Datenanlieferung und Verarbeitung schon von Anfang an minimiert werden. Natürlich wird auch eine durchdachte Möglichkeit geboten, eine Preisanfrage zu stellen oder eine weitere Beratung anzufordern. Ein Paradebeispiel dafür, wie man heutzutage durch einen guten Internetauftritt auf sich aufmerksam machen und dem Kunden einen echten Mehrwert durch Service bieten kann. Es fanden sich so viele Interessenten zur dann realen Besichtigung ein wie schon lange nicht mehr, was sicher auch mit den hohen Erwartungen zusammenhing, welche dann auch voll in der Besichtigung zweiter Teil erfüllt wurden. Wir erlebten eine Betriebsführung in hochkarätiger Besetzung, aus der Geschäftsleitung: Hellmuth Frey (Obermeister der Bundesinnung und Vice President der VESPA) sowie Renate Witt-Frey und dem Betriebsmeister Rüdiger Zabel. Geduldig und ausführlich wurden wir informiert, und die allgemeine Zufriedenheit bei Imbiss und Diskussion danach zeigte, dass wir wieder einmal eine besondere Betriebsführung erlebt hatten. Uns wurde demonstriert, was Siebdruck alles leistet, wo überall Siebdruck drauf ist: Formteile für die Maschinenindustrie, ungewöhnliche Bedruckstoffe, auf die nur mit handwerklichem Geschick, dem Eigenbau von Druckvorrichtungen und langer Erfahrung Farbe aufzubringen ist. So wurde uns zum Beispiel das Bedrucken von Gummibändern demonstriert, um nur einen exotischen Bedruckstoff von vielen zu nennen, eine im wahrsten Sinne des Wortes spannende Angelegenheit, die nur im gedehnten Zustand durchgeführt werden konnte. Gummibänder verhalten sich halt ganz anders als andere Bedruckstoffe, eben ?flexibler?, können jedoch nicht gegen den Erfindungsreichtum der Siebdrucker bestehen.
Dass dieses Unternehmen auch im Planobereich alles bietet, was heute im Siebdruck möglich ist, versteht sich fast von selbst. In der Vorstufe hat selbstverständlich modernste elektronische Technik Einzug gehalten, autotypische Raster sind genauso möglich wie frequenzmodulierte, alles natürlich eingebunden in den BVD-Fogra-Standard für den Rastersiebdruck. Nur das Sieb als Druckmedium blieb in allen Verfahren aus den alten Zeiten erhalten, wenn auch dessen Auswahl je nach Raster und Aufgabenbereich eine Wissenschaft für sich geworden ist.
Der Höhepunkt des Abends war jedoch die Demonstration eines neuen Musterbuches, welches sozusagen den derzeitigen
(Höchst-)Stand der Siebdrucktechnik widerspiegelt. Es ist schon ein besonderes haptisches Erlebnis, mit dem Finger über eine im Siebdruck gedruckte Oberfläche zu streichen und dabei Leder oder Seide zu fühlen, wirklich zu fühlen, aufgrund der ?siebgedruckten? Oberflächenstruktur. Doch nicht nur der Tastsinn wird angesprochen, sondern auch die Optik entspricht verblüffend exakt den originalen Materialien.
Durch den Einsatz von Aromastoffen kann der Siebdruck auch Düfte wiedergeben, eine Siebdruck-Rose riecht also nach Rose statt nach Farbendose. Und wer sich selber sehen will, fast wie zu Hause im Spiegel, kann eine Spiegelfarbe bestellen, ein schöner Effekt, welcher garantiert für Aufmerksamkeit sorgt. Der Platz hier reicht nicht aus, um die Möglichkeiten und Kombinationen zu beschreiben, wie spezielle Spot-Effekte, die vielen Kombinationen zwischen Optik und Haptik, die fast nur der Siebdruck so überzeugend ?echt? umsetzen kann. Unendlich viele Möglichkeiten, ein Druckerzeugnis aufzuwerten, ihm den letzten Kick zu verpassen, der zum heute immer schwer zu erzielenden Aha-Erlebnis beim Betrachten des Druckerzeugnisses führt. Sehen Sie sich dieses Musterbuch doch mal an, es ist auch käuflich zu erwerben, Näheres unter
www.frey-siebdruck.de. Diese Besichtigung machte wieder einmal bewusst, dass die Möglichkeiten der Druckkunst weit über die bekannten Skalenfarben hinausgehen und es immer noch Produkte gibt, die viele unserer Sinne ansprechen und damit den werblichen Erfolg unserer Kunden sichern helfen.
Emil Frey, Gründer und Mitinhaber verstarb am 25.12.2001 Das Verdienstkreuz für Hellmuth Frey Frey in Hamburg: Zwei Generationen im Siebdruck engagiert Dokumentation Druckwelt 25. April 1988Ein Familienbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes ist die Siebdruckerei Frey in Hamburg, wo Emil Frey und Sohn Hellmuth ein renommiertes Unternehmen leiten, das sich im grafischen Siebdruck speziell mit schwierigen Materialien einen Namen gemacht hat. Dafür spricht ein Kundenstamm, der sich aus einem Kreis bekannter Markenartikelfirmen und anspruchsvoller Agenturen zusammensetzt. Der Grund unseres Besuchs bei der Firma Emil Frey KG, Siebdruck + Schilder, in Hamburg war die Einweihung eines Erweiterungsbaues in der Kleinen Bahnstraße in Hamburg, wo das Unternehmen seit 1962 seine Produktionsstätte hat, neben einem Büro in der Tigerstraße 7. Nunmehr stehen in der Kleinen Bahnstraße zwei Etagen mit je 500 Quadratmeter Produktionsfläche, insgesamt also 1000 Quadratmeter, zur Verfügung. Bei der Produktionsaufnahme dort vor 15 Jahren war der Senior des Betriebes, Emil Frey, 60 Jahre. Bei der Feierlichkeit anlässlich der jetzigen Betriebserweiterung konnte Emil Frey in erfreulicher Vitalität auf 75 Lebensjahre zurückschauen. Bei Siebdruck Frey handelt es sich um eine Familien-KG. Vater und Sohn sind Komplementäre, die Mutter und die Schwester von Hellmuth Frey sind Kommanditistinnen. Seit 1972 ist Hellmuth Frey in der KG und seitdem leitend im Unternehmen tätig. Als Siebdruckmeister ist er ebenso prädestiniert wie legitimiert für diese Aufgabe. Bei der Eröffnung des Erweiterungsbaues hatten sich neben den Betriebsangehörigen auch zahlreiche Gäste – Kunden, Geschäftsfreunde und Vertreter der Fachverbände – eingefunden, darunter der Vorsitzende des Verbandes der Druckindustrie Nord, Georg Dürmeyer sowie Geschäftsführer Dr. Mehnert. Der Bundesverband Druck war durch den Geschäftsführer des Fachbereichs Siebdruck, Hartmut Flothmann, vertreten. Am Anfang stand die Schilderherstellung Emil Frey ist von Haus aus Schildermaler. Im Deutschen Maler- und Lakierermuseum in Hamburg ist seine Meisterarbeit zu bestaunen. Gleich nach dem Kriege, am 1. Juni 1945, hat er mit seiner Frau die Firma gegründet. Seit dieser Zeit nimmt Frau Frey die finanziellen Belange des Unternehmens wahr. In den Jahren 1947/48 wurde der erste Betrieb in Altona gebaut. Mitte der 50er Jahre wurde auch der Siebdruck aufgenommen, zunächst – so Hellmuth Frey – mit viel manueller Arbeit und dem bekannten Sägezahneffekt. Doch mittlerweile hat sich das sogenannte Schablonierverfahren zum effektiven vierten Druckverfahren mit einem hohen Qualitätsniveau entwickelt. Die technische Entwicklung und neue Materialien haben die Möglichkeiten des Verfahrens ungemein vorangetrieben. Viele Aufgaben im Druckbereich lassen sich heute nur - oder wesentlich besser – im Siebdruck als in anderen Druckverfahren lösen. Das ist die Chance des Siebdrucks Das jetzt abgeschlossene Bauvorhaben, das auch durch eine erforderliche Ergänzungsinvestition in eine neue Druckmaschine nötig geworden war, hat eine runde Halbe Million DM verschlungen und Platz geschaffen für eine neue großformatige Argon-Flachbettsiebdruckanlage 120x165 cm, die die Kapazität von mehreren vorhandenen, darunter eine 120x180 cm große Siebdruckmaschine, erhöht. Außerdem sollen zweckmäßige Büroräume eingerichtet und der Vorstufenbereich optimiert werden. Der Anbau selbst war in einem Zeitraum von rund sechs Monaten abgeschlossen. In der Technik gut gerüstet Im technischen Bereich ist das Unternehmen gut gerüstet, um den vielfältigen Kundenwünschen gerecht zu werden. Für das Siebspannen steht eine geeignete Anlage zur Verfügung, teils um die Produktion bewältigen zu können, teils aber auch, um den Berufsnachwuchs mit den Fertigkeiten der Siebdruckvorstufen vertraut zu machen. Ein Akzidenzdialogsystem "ads" von Berthold liefert erforderliche Texte, zwei Reprokameras liefern die nötigen Filme für die Kopie, die in einem Gerät von 125x165 cm weiterverarbeitet werden können, abgestimmt bereits auf die neue Siebdruckanlage Argon. Stanz- und Schneidemaschinen sind ebenfalls vorhanden, um die Siebdrucke nach den Vorgaben der Kunden weiterverarbeiten zu können. Bei Frey werden überwiegend Kunststoffmaterialien bedruckt, zumindest mehr als Papier, aber auch spezielle Materialien, wie z.B. Glas oder auch 300 g schwere Chromoluxkartons. Eine anspruchsvolle Kundschaft kommt mit den unterschiedlichsten Problemen zu Frey, die sich im Gesamtbereich des grafischen Siebdrucks bewegen. Selbst vor dem Bedrucken von Spiegeln kennt man keinen Respekt, auch Textilien gehören zu den häufig vorkommenden Bedruckstoffen sowie Folien und selbstklebende Materialien unterschiedlichster Art. Dabei gehören Rasterdrucke zu den Selbstverständlichkeiten, in der Regel sind es siebdruckgerechte Mehrfarbendrucke im 25er bis 30er Raster. Das Produktionsprogramm der Emil Frey KG liest sich so: Selbstklebefolien jeder Art, Magnetfolien, Plakate, Leuchtfarbendrucke, Buttons, Displays und Schilder aus Metall, Glas, Holz, Karton und Kunststoff. Außerdem T-Shirts, Schirmen, Werbeartikel, Skalen, Typenschilder, Werbespiegel und vieles mehr. Auch die dazugehörigen Entwürfe sowie Foto- und Satzarbeiten werden im eigenen Hause hergestellt. Neue Räume erhöhen die Effektivität Mit den jetzt neu geschaffenen Räumlichkeiten hat die Firma Frey in schwieriger Zeit Mut zur Investition bewiesen, die Erweiterung der technischen Ausstattung eingeschlossen, wobei man auch auf einen treuen Kundenstamm vertrauen konnte – und dies nicht zuletzt durch herausragende Leistungen von Geschäftsleitung und Mitarbeitern. Mit den durch die neuen Räumlichkeiten geschaffenen verbesserten Möglichkeiten will man den Dienst am Kunden weiter ausbauen. In diesem Zusammenhang verwies Hellmuth Frey auf die stetige Weiterentwicklung auch in den 15 Jahren seines eigenen Wirkens in dem Unternehmen, hinter dem die Familie Frey und die Mitarbeiter gleichermaßen stehen. Das gute Miteinander zwischen Inhabern und Mitarbeitern kam auch zum Ausdruck, als Emil und Hellmuth Frey im Rahmen der Einweihungsfeier Mitarbeiter für langjährige Betriebszugehörigkeit und zum Ausbildungsabschluss beglückwünschten und auszeichneten. Mitarbeiter und moderne Technik sind die Basis, die das Haus Frey als kompetente Siebdruckpartner auszeichnen. Hellmuth Frey sieht es auch als eine besondere Aufgabe an, seinen Kunden mit Lösungsvorschlägen zur Hand zu gehen und zu beraten, wo die Grenzen der anderen Verfahren sind und die Möglichkeiten des Siebdrucks beginnen. Speziell die hervorragende Farbgestaltung lässt sich zum Nutzen des Kunden einsetzen. Hinzu kommt die stetig gesteigerte Effektivität der Siebdruckprodukte durch weitere Automatisierung, Teilstandardisierung, durch verbesserte Möglichkeiten des Materialtransports und der Weiterverarbeitung der Siebdrucke. Viele Ideen lassen sich realisieren, wenn man die Technik beherrscht und in der Kundenberatung durch Können und Wissen überzeugt. Ehrenämter im Dienste der Allgemeinheit Hellmuth Frey widmet sich neben seiner Aufgabe im Familienbetrieb vor allem auch Verbandsaufgaben. Im Verband der Druckindustrie Nord in Hamburg ist er Landesobmann Siebdruck und Vorsitzender der Landesfachgruppe Siebdruck. Seit 1980 ist er im Bundesverband Druck Vorsitzender des Fachbereichs Siebdruck, dessen stellvertretender Vorsitzender er bereits bis dahin war. Er ist auch Obermeister der Bundesinnung des Siebdruckerhandwerks, die 1987 gegründet wurde. Als Mitglied des Ausschusses Technik und Forschung ist er auch Mitglied des Hauptvorstandes des Bundesverbandes Druck und des Präsidialrates des BVD. Eine seiner Hauptaufgaben sieht Hellmuth Frey in der Ausbildung des Berufsnachwuchses, was auch in seiner Aktivität beim Zustandekommen eines Ausbildungsleitfadens für Siebdruck deutlich wird. Siebdruck von FREY - da kommt Farbe auf!
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